Patellaluxation (MPFL-Ersatzplastik)

Beim Herausspringen und beim wieder Hineinspringen der Patella schert der mediale Patellarand (innere Kniescheibenrand) über den lateralen Femurkondylus (äußere Oberschenkelrolle). Je nach Beugestellung kann dadurch steckseitig, zentral oder selten beugeseitig ein Knorpel-Knochenstück (flake fracture) abbrechen. Meist luxiert die Patella in einer Beugestellung des Knies von ca. 20-30°. Bei jedem Hämarthros (Bluterguß) nach Patellaluxation ist zumindest mit einer Schädigung des Knorpels zu rechnen. Bei starker Schwellung ist von einer Schädigung des Knorpels auszugehen. Knorpel-Knochenabbrüche  lassen sich am Röntgenbild oft nur erahnen, im aber MRT aber gut (Sensitivität 70-90%) erkennen. Rein knorpelige Abbruchstücke sind erfahrungsgemäß auch im MRT nicht immer darstellbar, da sie mit Blutkoagel verwechselt werden können. Im Zweifel muß dann mit einer Kniespiegelung nachgeschaut werden.Patella-300x240

Therapie der Patellaluxation

Konservative Therapie
Bei der ersten Luxation wird konservativ behandelt, da bisher kein Verfahren der konservativen Behandlung eindeutig überlegen ist. Die Behandlung besteht aus:

  • Beinachsentraining
  • Muskelaufbautraining des M Quadiceps (v.a. der medialen Stabilisatoren M. vastus medialis et obliquus)
  • Dehnung der Ischios und des Quadriceps
  • Harmonisierung der gesamten Beinmuskulatur
  • Koordinatives Training
Operative Therapie

In der Literatur sind ein Vielzahl operativer Eingriffe beschrieben.  Welcher Eingriff die besten Erfolgchancen hat, muß durch eine genaue Analyse

  • der Funktion (körperliche Untersuchung)
  • der Röntgenbilder
  • der MRT- Untersuchung

festgelegt werden. Nach meiner Erfahrung haben sich zwei operative Eingriffe besonders bewährt:

MPFL-Ersatzplastik (Minimalinvasive Rekonstruktion der inneren Haltebänder der Kniescheibe):

Röntgenbild einer Knieoperation

Bei rezidivierender Luxation und normalem Q-Winkel (und meist geringer Dysplasie der Trochlea) wird eine Rekonstruktion des MPFL (medialen patellofemoralen Ligaments) notwendig. Dabei wird eine Beugesehne des Knies (Gracilissehne) über einen kleinen Schnitt entnommen und auf der Innenseite des Oberschenkels und der Kniescheibe als Bandersatz eingepflanzt.

Tuberositasversetzung (Korrektur des am Streckapparat an Ansatz der Patellasehne am Schienbein)

Besteht eine starke Außendrehung des Schienbeins im Verhältnis zur Gleitrinne der Kniescheibe (Trochlea) wird der Ansatz der Sehne (Tuberositas) nach innen versetzt.

Bei Kindern wird häufig eine weichteilige Medialiserung des Streckapparates durchgeführt, da dies ein sehr schonender Eingriff ist. Diese OP-Technik ist von mir in Arthroskopie 2009,22:60-67 beschrieben.

Beide Eingriffe (MPFL und Tuberositasversetzung nach innen) können kombiniert werden

Bestehen starke Achsen- oder Drehfehler können auch diese korrigiert werden. Beim Kind besteht in der operative Wachstumslenkung, beim Erwachsenen durch knöcherne Korrektur.

 

Knorpel-Knochenabbrüche, Knorpeldefekte

Jeder durch eine Patellaluxation verursachte Bluterguss im Knie kann durch einen Knorpelschaden verursacht sein. Nicht selten brechen größere Knorpel-Knochenstücke aus. Diese sollten unbedingt refixiert werden. Hierzu werden bioresorbierbare Schrauben oder Nägel verwendet. Die Knorpel-Knochenstücke heilen in den allermeisten Fällen wieder in den Knochen ein. Ein größerer Knorpeldefekt führt zu einer Schädigung des gegenüberliegenden Gelenksknorpels und somit zur Arthrose (degenerative Verschleißerkrankung des Gelenks). Ist der Knorpelüberzug zerstört wird der Knorpel ersetzt durch einen Knorpel-Knochen ersatzgewebe (Knorpeltransplantation).
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Trochleaplastie

Offenes operatives Verfahren zur Vertiefung und Anpassung der knorpeligen Gleitrinne der Kniescheibe. Vor allem bei schwereren Formen der Fehlbildung (Femuropatellare Dysplasie) und meist nur in Kombination mit anderen Verfahren (MPFL, Tuberositaskorrektur) angewendet.

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