Haltungsprobleme und Rückenschmerzen bei Kindern

 

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.Albert Einstein

Wirbelsäulenbeschwerden sind die häufigste Ursache für Krankenstände im Erwachsenenalter. Aber auch Kinder klagen immer häufiger über Rücken- oder Kopfschmerzen.

Bewegungsarmut führt zu Zivilisationskrankheiten (Übergewicht, Stoffwechselstörungen, Überlastungen des Bewegungsapparats

In der Schule sind die Kinder oft den ganzen Tag zum Sitzen gezwungen. Den neuesten Berichten zufolge sind sogar die wenigen Turnstunden in Gefahr der allgemeine „PISA- Hysterie“ zum Opfer zu fallen. Der angeborene Bewegungsdrang wird immer mehr unterdrückt. Auch in der Freizeit nimmt die körperliche Aktivität immer mehr ab. Durch Computerspiele, Fernsehen und digitale Medien ersetzen körperliche Betätigung zum Teil vollständig. Abenteuer und Erleben spielt sich nur noch im Kopf ab. Dies kann schlimme Folgen haben. Bewegungsarmut führt zu Übergewicht, hoher Blutdruck und Diabetes mellitus nehmen auch bei Kindern immer mehr zu. Übergewicht kann zu Überlastungen der Knie und Füße führen. Die für die aufrechte Körperhaltung zuständige Muskulatur verkümmert, wenn sie nicht benutzt wird. Rückenschmerzen, Rundrücken und die sogenannte Haltungsschwäche sind die Folge und haben in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen.WS

 Erkrankungen der Wirbelsäule müssen ausgeschlossen werden

Die Haltung wird von vielen Faktoren (seelische Belastung, Streß, Übermüdung, aber auch Modetrends) und der individuellen angeborenen Körperform beeinflußt. Daher ist die Beurteilung oft schwierig. Durch die Überprüfung der Beweglichkeit und die sogenannten Haltungsleistungstests wird die Fähigkeit geprüft, eine aktive aufrechte Haltung einzunehmen und über eine bestimmten Zeitraum zu halten. Ist die Beweglichkeit schlecht oder die Haltung auffällig sollte ein Arzt aufgesucht werden. In einer orthopädischen Untersuchung müssen Erkrankungen wie z.B. Skoliose, Gleitwirbel, Rundrücken, Morbus Scheuermann, Beinlängendifferenz u.ä. ausgeschlossen werden.

Wenige tägliche Übungen bringen schon Erfolg

Die wichtigste Behandlung einer Haltungsproblematik in der Kindheit ist die Förderung der körperlichen Aktivität. Eine krankengymnastische Anleitung zu muskelaufbauenden Übungen (am besten täglich) hat sich als effektiv erwiesen. Es macht aber keinen Sinn, Kinder zu aufwendigen Turnprogrammen zu zwingen. Denn nur was Spaß macht wird auch für längere Zeit praktiziert. Daher sollten die Kinder zu Sportarten ermuntert werden, die ihnen Freude bereiten und Erfolgserlebnisse vermitteln. Nur was dauerhaft praktiziert wird kann auch einen nachhaltigen Effekt haben.

Nacken- und Kopfschmerzen sind häufig eine Folge von Verspannungen der Wirbelsäule

Auch die Häufigkeit von Kopf- und Rückenschmerzen hat bei Kindern in den letzten Jahren zugenommen. Kopfschmerzen sind nicht selten durch Blockierungen und Verspannungen der Halswirbelsäule verursacht. Diese sind oft Folge einer einseitigen Körperhaltung. Generell gilt, dass alle chronischen oder immer wiederkehrenden Schmerzzustände im Kindesalter ärztlich abgeklärt werden sollten. Schmerzen im Kindesalter sollten nicht als normal gesehen werden. Nicht immer äußern die Kinder ihren Schmerz so präzise wie die Erwachsenen. Lustlosigkeit, Inaktivität, Vermeiden bestimmter Bewegungen oder Leistungsabfall können Ausdruck einer Störung am Bewegungsapparat sein. Manchmal führen Verspannungen zu unwillkürlichen „tick“-artigen Bewegungen.

Auf jeden Fall ist es wichtig, schwerwiegendere Erkrankungen, die sich hinter einem solchen Symptom verbergen können rechtzeitig zu diagnostizieren. Liegt die Ursache in einer Blockierung oder Verspannung kann oft schon unmittelbar nach deren Beseitigung eine deutliche Besserung der gesamten Befindlichkeit erkennbar sein.

Nach der Behandlung folgt das Training

Unterschiedliche Methoden der Manuellen Medizin (sanfte Chirotherapie, Osteopathie, Atlastherapie etc.), Akupunktur oder auch Massagen oder Shiatsu-anwendungen können helfen Verspannungen zu beseitigen. Danach bleibt aber die Aufgabe, ein Wiederauftreten zu vermeiden. Eine Trainingstherapie zur Kräftigung der Muskulatur unter Anleitung einer/s PhysiotherapeutIn ist dann erforderlich.

Auch sportliche Überlastung breitet Probleme

Zuviel sportliche Aktivität kann durch einseitige Belastung oder Überlastung ebenfalls zu Problemen führen. Bei Sportarten mit starker Überstreckung der Wirbelsäule wie z.B. Kunstturnen, Akrobatik, rhythmische Sportgymnastik, Speerwerfen findet man ein gehäuftes Auftreten von Gleitwirbeln (Spondylolisthese). Sportarten mit vermehrter Belastung des gekrümmten Rückens wie z.B. Rudern und Rad fahren gehen mit einem häufigeren Auftreten eines Morbus Scheuermann und Rundrücken einher. Kinder mit Überlastungsbeschwerden während oder nach sportlicher Aktivität sollten daher ebenfalls orthopädisch untersucht werden.

 

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